Zukunft der Bildung

125 Jahre Wigbertschule: Diskussion über die Zukunft schulischer Bildung

Oberstufe diskutiert mit Bildungsexperten über KI, Berufsorientierung und die Frage, was Schule morgen leisten muss.

 

Wird es in Zukunft noch menschliche Lehrkräfte geben? Brauchen wir mehr berufliche Bildung? Und was ist wichtiger: faire Prüfungen oder Menschlichkeit?

 

Anlässlich ihres 125. Jubiläums nahm die Wigbertschule die Zukunft der schulischen Bildung in den Blick und lud zu einer Gesprächsrunde ein. Dabei waren die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 sowie als Experten der Historiker Dr. Maximilian Kutzner, die Lehrerin Katharina Prill sowie der Zukunftsforscher Sascha Eschmann. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jakob Manns und Fynn Veltum sowie Paula Raschka, die die Position des Publikums gesammelt hat.

 

Dr. Maximilian Kutzner, der selbst im Jahr 2009 an der Wigbertschule Abitur gemacht hatte und nun mit der Geschichtsmanufaktur in Rasdorf selbständig ist, stellte den Wert der gymnasialen Bildung als Allgemeinbildung heraus. Gerade in einer komplexen Welt sei es wichtig, Informationen kritisch zu hinterfragen und nach dem „Warum“ zu fragen. Schule müsse deshalb Fähigkeiten vermitteln, die Menschen in vielen Lebenssituationen brauchen.

 

Katharina Prill, Lehrerin an der Gesamtschule in Schenklengsfeld und bekannt durch ihren Instagram-Account „Frau Prill sagt’s halt“, stellte dagegen die Frage, ob die Schule ausreichend auf die Arbeitswelt von morgen vorbereitet. Ein Praktikum sei oftmals nicht genug, weil Schülerinnen und Schüler sich immer schwerer bei der Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Berufsfeld tun.

 

Sascha Eschmann, Zukunftsforscher und Leiter der Organisation „Nur Mut“, die mit Schulen und einzelnen Klassen gemeinsam Entwicklungsoptionen auslotet, ging noch einen Schritt weiter: Schule könne gar nicht gezielt auf Berufe vorbereiten, die es heute noch nicht gibt. Stattdessen müsse sie junge Menschen dazu befähigen, mit Veränderungen umzugehen. Werte wie Mitbestimmung und soziale Kompetenzen seien dafür entscheidend.

 

Die Schülerinnen und Schüler brachten sich in die Diskussion mit drei selbstgedrehten Videos ein, welche die Diskussionsfragen auf den Punkt brachten: „Wird es in Zukunft noch menschliche Lehrkräfte geben?“, „Bereitet Schule ausreichend auf die berufliche Zukunft vor?“ und „Ist die Fairness bei Prüfungen wichtiger als Menschlichkeit?“ Zu diesen Fragen konnten alle Schülerinnen und Schüler mittels Mentimeter eine Antwort geben. Die Experten griffen die Ergebnisse auf und diskutierten sie mit dem Publikum. Dabei wurde deutlich: Auch innerhalb der Oberstufe gibt es unterschiedliche Sichtweisen – und genau das machte die Gesprächsrunde spannend.

 

Die Diskussion zeigte, dass Schule in Zukunft beides braucht: fundierte Allgemeinbildung und Orientierung für Berufs- und Lebenswege. Gleichzeitig darf bei allen technischen Entwicklungen eines nicht verloren gehen: die Menschlichkeit. Denn so leistungsfähig KI auch sein mag – eine menschliche Lehrkraft, die zuhört, ermutigt und Verständnis zeigt, kann sie nicht ersetzen.

Die Veranstaltung machte außerdem klar: Die Zukunft der Schule ist für die Schülerinnen und Schüler kein fernes Thema. Sie betrifft ihren Alltag, ihre Entscheidungen und ihre Zukunft ganz direkt.

 

Christoph Heigel

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