40. Jubiläum der Schulpartnerschaft mit dem Lycée d'Élorn in Landerneau
„Kennenlernen und Vertrauen sind die besten Mittel zur Gestaltung der Zukunft“
40-jähriges Bestehen der Schulpartnerschaft
Ganz feierlich spielte das Kammerorchester Hünfeld unter der Leitung von Thomas Nüdling in der Aula der Wigbertschule am 11. Juni 2026 auf. Und das hatte einen besonderen Grund: Die Schulpartnerschaft zwischen der Hünfelder Wigbertschule und dem Lycée l’Élorn aus Landerneau in der Bretagne feierte ihr 40-jähriges Bestehen. Seit dem Jahr 1986 treffen sich alle zwei Jahre Schülergruppen in Hünfeld und Landerneau, um einander kennenzulernen und den Alltag und das Leben von gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern in der Partnerstadt zu teilen. Für Hünfeld ist es bezeichnend, dass die beiden Partnerstädte Landerneau und Proskau auch durch Schulpartnerschaften miteinander verbunden sind.
„Der Austausch ist ein Bekenntnis zum Frieden über Grenzen hinweg,“ so Schulleiterin Sandra Möllers in ihrer Begrüßung des Festaktes, der in der Woche stattfand, in der eine Schülergruppe aus Landerneau anwesend ist. Möllers dankte besonders den Kommunen Hünfeld und Landerneau, die diesen Austausch durch ihre Partnerschaftsvereine unterstützen, aber vor allem den teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie deren Familien, bei denen die Gäste wohnen.
Der Hünfelder Bürgermeister Benjamin Tschesnok skizzierte die Geschichte der Stadtpartnerschaft, bei dem schon seit der Gründung im Jahr 1968 ein Schüleraustausch dazu gehörte. Dieser Austausch sei dann im Jahr 1986 in einen offiziellen Rahmen gegossen worden. Angesichts einer Welt, die aus den Fugen geraten sei, so Tschesnok, sei dieser Austausch eine Stärkung der europäischen Identität, die in den Städten Hünfeld und Landerneau verortet sei.
Auf die vielen langanhaltenden Freundschaften zwischen konkreten Schülerinnen und Schülern der Wigbertschule und des Lycée de l’Élorn erinnerte der Landerneauer Schulleiter Gilles Cornillet. Diese Bande der Freundschaft seien der schönste Aspekt des Austausches. „Kennenlernen und Vertrauen sind die besten Mittel zur Gestaltung der Zukunft,“ so der Landerneauer Schulleiter.
Für den Partnerschaftsverein Landerneau dankte Loic Bannier für die vergangenen gemeinsamen Austauschfahrten. Direkt aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler sprachen Schulsprecherin Sofia Koch und Schulsprecher Tolga Güngör, die selbst bereits an Austauschfahrten teilgenommen haben.
Konkrete Geschichten aus vergangenen Austauschen erhielt das Publikum aus einem Brief von Michelle Jambou, dem Gründer des Austausches, sowie von den aktuellen Organisatorinnen Claudine Moreau und Anna-Dorothea Schrimpf. Jambou erinnerte an die ersten gemeinsamen Besuche in thüringische und sächsische Städte nach dem Fall der Mauer und an die Pflanzung von 19 Bäumen am Haselsee im Rahmen des Projektes „Kinder für Europa“. Auch würdigten sie namentlich die vielen verantwortlichen Schulleiter und die deutschen Französisch-Lehrkräfte und französischen Deutsch-Lehrkräfte , die den Austausch so lange organisiert hatten.
Die Feier wurde abgerundet durch eine Akrobatikeinlage der Molzbacher Voltis sowie durch das Chanson „Aux Champs-Elysée“, vorgetragen durch den Lehrerchor der Wigbertschule unter der Leitung von Pia-Maria Sauer.
Im Zentrum der Begegnung in Hünfeld stand die Entwicklung eines Logos, das die Partnerschaft der beiden Schulen symbolisiert. Zwei Tage lang setzte sich die Austauschgruppe intensiv mit der Geschichte beider Länder auseinander. Dazu gehörten unter anderem der Besuch der Ausstellung über die französischen Kriegsgefangenen in Hünfeld im Zuse-Museum sowie ein eindrucksvoller Zeitzeugenbericht von Rita Fennel über frühere Austauschbegegnungen. Beim Festakt präsentierten die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler ihre Entwürfe dann vor dem Publikum, das anschließend über das beste Logo abstimmte.